Ebbes aus Hohenlohe

Altes Wissen neu entdeckt

Kräuterexpertin in Blaufelden verarbeitet Pflanzen zu Marmelade, Seifen und Salben

Schon früh hat Sandra Hertweck angefangen zu kochen und zu backen – mit Zutaten, die sie in der Natur gefunden hat. Als kleines Mädchen hatte sie ein Buch mit einem „exotischen Einband“ bekommen und dort ihre Rezepte aufgeschrieben.

Die Blaufelderin hat sich heute ganz auf Kräuter spezialisiert, denn es müsse kein exotisches „Superfood“ sein, „auch bei uns wachsen Pflanzen, die mehr können“, betont die 46-Jährige. Sie orientiert sich dabei am keltischen Jahreskreis. Die Zeit wird damit nach Sonnen- und Mondfesten eingeteilt und zu jeder Zeit gibt es bestimmte Kräuter, die geerntet werden können – sie werden dann verarbeitet, wenn sie „reif“ sind. „Vieles von dem Wissen unserer Vorfahren ist mit der Zeit verloren gegangen und muss heute wieder neu entdeckt werden“, ist sich die Kräuterexpertin sicher. Dabei werden Früchte verwendet, die im Volksmund als ungenießbar oder gar giftig gelten. Dazu zählen beispielsweise die Mahonie oder auch die Vogelbeere, die einfach nur gekocht werden müssen, um eine leckere Marmelade zu ergeben. Und dass mancher Brotaufstrich zunächst etwas ungewohnt schmeckt, kontert Sandra Hertweck mit einer alten Weisheit: „Bitter im Mund – für den Körper gesund.“
Nicht nur Essbares verarbeitet die gelernte Zahnarzthelferin, auch Salben und Tinkturen kommen aus ihrer Küche: So stellt sie ihre Kräuteröle oder alkoholischen Auszüge selbst her und nutzt die Duftstoffe beispielsweise für Seifen oder Salben.
„Ich möchte immer wieder etwas dazu lernen und mit der Natur verbündet sein“, erzählt die Blaufelderin. Bei ihren Spaziergängen kann sie abschalten und findet Ruhe. „Die Kräuter oder Früchte die mir guttun, die fallen mir auch auf.“
Ihre handgemachten „Produkte“ nutzt sie selbst oder gibt sie weiter. „So kann ich etwas von meiner Zeit verschenken“ – und das kommt bei allen gut an. (th)

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