Ebbes aus Hohenlohe
„Paris – London – Mailand – Beimbach, lautet das Motto“

„Paris – London – Mailand – Beimbach, lautet das Motto“

Bei den 12. Europäischen Kunsthandwerkstagen sind am kommenden Wochenende auch Künstler aus der Region vertreten. In den Ateliers vor Ort können die Werke besichtigt und direkt gekauft werden.

Das Angebot reicht von individuell gefertigten Modekreationen und Musikinstrumenten bis hin zu Keramikarbeiten, Wohnaccessoires und Skulpturen. Am kommenden Wochenende öffnen Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker sowie Kreativschaffende aus Hohenlohe erneut ihre Werkstätten und Ateliers für die Öffentlichkeit. Zum zwölften Mal bietet die Veranstaltung den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, die Vielfalt und Qualität des regionalen Kunsthandwerks hautnah zu erleben.

Beate Binder arbeitet seit 1990 in ihrem Atelier in Beimbach an ihren Stahlobjekten. Sie ist Mitglied im Bartensteiner Kreis, Dozentin an mehreren Kunstakademien und bietet eigene Kurse an. Ihre Kunstwerke und Gebrauchskunst entstehen mit dem Schweißgerät aus Stahl. „Letztes Jahr bin ich durch Zufall auf die Aktion gestoßen und habe mich gleich voller Elan angemeldet.“ Rund 180 Menschen aus der weiteren Umgebung kamen in den kleinen hohenloischen Weiler. Aber auch die Nachbarn schauten vorbei und nutzten die Gelegenheit, der Künstlerin über die Schulter zu schauen.

Dieses Jahr möchte sie die Aktion wiederholen und trifft bereits die ersten Vorbereitungen. Beate Binder hat fünf Kolleginnen eingeladen, ihre Werke ebenfalls im großen Garten hinter dem Haus auszustellen. Beate Veil aus Stuttgart fertigt aus Metallschrott kleine und große Figuren. Birgit Bindewald aus Ilshofen verarbeitet gerne Holz. Mit der Motorsäge entstehen große Figuren und Tiere. Acrylfarben nutzt Heidrun Scharf aus Crailsheim. So entstehen thematisch sehr vielfältige, großformatige und farbgewaltige Bilder. Christine Lachmann aus Remseck kombiniert alte Metallobjekte und Werkzeuge mit Keramikköpfen. Dadurch erschafft sie überraschende Figuren. Die studierte Malerin Susanne Eichner aus Dinkelsbühl verbindet Metall und Ölbilder und schafft so moderne Gartenkunst.

„Die Idee der Veranstaltung hat mir gefallen. Künstlerinnen und Künstler in ganz Europa öffnen ihre Ateliers und präsentieren an einem Wochenende vor Ort ihre Werke“, beschreibt Beate Binder ihre Motivation. „Paris – London – Mailand – Beimbach lautet das Motto“, lacht sie. Für sie ist es schwierig, mit ihrer Werkstatt für ein Wochenende „schnell“ umzuziehen. Sie müsste ihre Schweißgeräte und die anderen schweren Werkzeuge verladen, zum Ausstellungsort fahren und sie dort wieder ausladen. „So ist es für mich einfacher.“ In ihrem großzügigen Garten hat sie zusammen mit ihren Gastausstellerinnen einzelne Themeninseln angelegt, auf denen sie die vielfältige Gartenkunst präsentiert: individuell handgefertigte Unikate und Kleinserien wie beispielsweise Gartenstecker, Rankhilfen, Staudenhalter, Figuren, Objekte, Tiere, Blumen und Schutzengel.

„Das kommt gut an. Die Besucherinnen und Besucher kommen gezielt von weit her und sind auf der Suche nach speziellen Objekten“, freut sich die Schweißkünstlerin. Dank der Beschilderung an der Durchgangsstraße finden auch Zufallsgäste zur Ausstellung und sind erstaunt über das, was sie dort vorfinden. Neben den kleinen und großen Kunstobjekten gibt es auch Häppchen zu essen und verschiedene Getränke. So entsteht eine lockere und ungezwungene Atmosphäre, die zum Lustwandeln und Flanieren einlädt. „Die Leute können sich in Liegestühlen ausruhen, miteinander ins Gespräch kommen und sich austauschen“, beschreibt Beate Binder die Stimmung. „Der Termin ist für uns ideal, denn die Gartensaison beginnt und wir zeigen neue Objekte für den Außenbereich.“

Die Europäischen Tage des Kunsthandwerks gehen auf eine Initiative des französischen Handwerksministeriums aus dem Jahr 2002 zurück. Seit 2014 wird die Veranstaltung auch in Deutschland organisiert. Inzwischen findet sie jährlich im Frühjahr zeitgleich in 21 europäischen Ländern statt und vernetzt das Kunsthandwerk über Ländergrenzen hinweg. th

Foto: Beate Binder (links) und Beate Veil arrangieren im Garten in Beimbach die großen und kleinen Kunstwerke für die Kunsthandwerkstage am kommenden Wochenende.

Zur Info:

Beate Binder und ihre Kolleginnen stellen am Samstag- und Sonntagnachmittag, 11. und 12. April, in Rot am See-Beimbach ihre Arbeiten aus. Von Freitag bis Sonntag öffnen außerdem Monika und Stefan Fitzlaff ihre Keramikwerkstatt in Kirchberg-Mistlau. Anne Lorenz (Raïm & Soulwear) präsentiert in Kreßberg-Tempelhof ihre Kleiderkollektion, ebenso wie Rebecca Nagel (Goldbeckchen Schmuck) ihre aus recycelten Edelmetallen und Edelsteinen gefertigten Schmuckstücke.

www.kunsthandwerkstage.de

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