Die Familie Frank startet mit einem „Frühlingserwachen“ in das Open-Air-Jahr. Am 16. Mai 2026 präsentieren zwei lokale Musiker ihre Songs auf der Wiese in Oberweiler.
Hat es die Familie Frank „drschmeggt“? Im letzten August veranstaltete sie ein dreitägiges Open-Air-Festival, das sich sehen lassen konnte. Musiker aus der Region gaben sich das Stelldichein und als Headliner traten die „Dorfrocker“ in Gerabronn-Oberweiler auf. Bis zu 800 Menschen zog es in den kleinen Ort und alle hatten ihren Spaß. Nun veranstaltet die Großfamilie am Samstag, 16. Mai 2026, ein „Frühlingserwachen“.
„Wir wurden von vielen Seiten gefragt, wann das nächste Open-Air-Konzert stattfindet“, erzählt Kurt Frank von den ersten Gesprächen. Doch die Familie hat viele andere Termine und Verpflichtungen: „Das Theater in der Burgruine Leofels hat Vorrang“, stellt das Familienoberhaupt klar. In diesem Jahr heiratet ein Enkelkind, was ebenfalls Priorität hat. „Wir wollen aber auch unseren Beitrag zu ‚800 Jahre Gerabronn‘ leisten und ein kleines Event beisteuern.“ Schließlich habe sich Oberweiler in den 1970er Jahren seiner Erinnerung nach mit rund 99 Prozent für die Eingemeindung nach Gerabronn entschieden, nachdem es mit Blaufelden nicht harmonierte. Daraus entstand die Idee, wenigstens ein Konzert mit überschaubarem Aufwand zu organisieren.
Nachdem Chris Reckwardt im Sommer 2023 ein ausverkauftes Konzert in Leofels gegeben hatte, fragten die Franks den Schwäbisch Haller Musiker für das kommende Event an. Er macht mit seiner Band deutschsprachigen Pop, wie er es selbst ausdrückt, „mit Herz und Haltung“. Als Singer-Songwriter erzählt er Geschichten, die nahegehen: „ehrlich, lebensnah und voller Gefühl“. Sein Debütalbum „Pardon“ erschien im Januar 2022. Musikalisch bewegt sich Chris Reckwardt zwischen den großen Fragen des Lebens und der Dankbarkeit für die kleinen, oft übersehenen Momente. Seine Songs verbinden tanzbare Grooves mit atmosphärischen Klängen und rockigen Ausbrüchen – mal zum Mitwippen, mal zum Innehalten. Derzeit arbeitet er an seiner zweiten EP, die im Sommer 2026 erscheinen soll.
Im Sommer letzten Jahres hat Flo Rider aus Wittenweiler bewiesen, dass er perfekt in die ländliche Idylle von Oberweiler passt. Darum kommt er jetzt wieder. Der „Local Hero“ zeigte vor großem Publikum, was New Country bedeutet: eine Mischung aus traditionellen Country-Elementen und Pop- und Rockmusik. Er ist ein Cowboy durch und durch und hat nach eigenen Worten das Genre Outlaw Country und New Country in Deutschland neu definiert. Der 33-jährige Ausnahmemusiker begann seine Karriere als Frontmann der Bands „die Bagasch” und „Black Sioux“. Seit 2024 geht er erfolgreich eigene Wege als Solokünstler und begeisterte mit seiner ersten Single „Sue“ Fans und Kritiker gleichermaßen. Inspiriert von der Country-Szene in Nashville kombiniert er klassische Country-Elemente mit modernen Americana-Sounds und bringt mit seiner Band frischen Country-Wind auf die Bühnen und Festivals in ganz Deutschland. „Er zieht seinen Stil kontinuierlich durch“, kommentiert Kurt Frank die Erfolge des „Nachbarn“. Flo Rider sei beispielsweise „Gast bei der Munich Country Night im Münchener Schlachthof“.
Das Familienoberhaupt blickt zurück: „Das ‚Hohenloher Franken Open Air‘ war im letzten Sommer eine sehr harmonische und atmosphärisch tolle Veranstaltung. Es war ein schönes Fest, bei dem nur zwei Gläser kaputtgegangen sind.“ An dieses Erlebnis will die Familie Frank anknüpfen und den Leuten mit dem „Frühlingserwachen“ wieder einen großartigen Abend bieten. „Daraus könnte schon eine Tradition erwachsen“, überlegt er. Doch große Festivals bedeuten auch einen enormen organisatorischen Aufwand und ein wirtschaftliches Risiko. Mit den „Dorfrockern“ hatte man letztes Jahr eine unkomplizierte Band, mit der vieles möglich war. Ob die Macher wieder einen solchen Partner finden werden, ist fraglich. „Wir wollen mit unseren Veranstaltungen keine Reichtümer anhäufen“, betont Kurt Frank. „Aber wir wollen natürlich auf unsere Kosten kommen, was letztes Jahr im Großen und Ganzen geklappt hat.“ th

