Ebbes aus Hohenlohe

Aufregung um einen Ast

Ein Friedhofsbesucher stört sich an einem abgebrochenen Zweig.

E-Mails gehen hin und her, die Empörung ist groß: Ein Besucher findet auf dem Gerabronner Friedhof einen „gewaltigen Ast, ausreichend, um Besucher und Menschen, die an dem Grab arbeiten, zumindest schwer zu verletzen“. Aus diesem Grund „stufe ich den Besuch des Friedhofs als lebensgefährlich ein“. Der Mann aus Herdwangen-Schönach (zwischen Pfullendorf und Stockach am Bodensee) schrieb eine erste Mail an Bürgermeister Christian Mauch und forderte ihn auf, Teile des Friedhofs „im Zuge der Verkehrssicherungspflicht“ zu sperren, der Zustand des Friedhofs sei „haarsträubend“. Auch die Wege seien „eine absolute Zumutung“.

Nachdem der Verfasser der E-Mail nach einiger Zeit keine Antwort erhalten hatte, hakte er nach: „Was ist inzwischen geschehen? Wann werden die Wege zu den Gräbern verkehrssicher gestaltet?“ Nach seinen Informationen (er war nur zu Besuch in Gerabronn) sei seit der ersten Nachricht nichts passiert. Der Baum, von dem der Ast abgebrochen war, sei morsch „und aus Sicht der Verkehrssicherungspflicht hätte eine Fällung längst erfolgen müssen“. Er fand: „Die verpflichtende Sicherung der Verkehrswege wird nicht nur bei den Gehwegen grob fahrlässig missachtet!“. Und dann gab er noch ein paar Tipps: „Gehwege auf Friedhöfen lassen sich mit einfachen und preiswerten Mitteln kurzfristig sicher gestalten.“

Später wandte er sich an uns: Es dürfe nicht hingenommen werden, „dass der Besuch eines Friedhofs zur Lebensgefahr wird“. Es sei nichts getan worden, „um den Gefahrenbereich zu entschärfen“. Für ihn grenze „das passive Verhalten des Herrn Mauch an grobe Fahrlässigkeit“. Auch in diesem Schreiben „will ich ihm gerne ein paar Ideen mit auf den Weg geben“. Er wünsche und hoffe, „dass kein Bürger von Gerabronn auf dem desolaten Alt-Friedhof zu Schaden kommt“.

Bürgermeister Christian Mauch bestätigt im Gespräch mit uns, „dass der schlechte Zustand der Wege bekannt ist“. Im Rahmen der Haushaltsberatungen sei beschlossen worden, das Wegesystem auf dem Friedhof in diesem Jahr instand zu setzen. In den nächsten Wochen sei eine Begehung mit den Gemeinderäten geplant, bei der die notwendigen Maßnahmen festgelegt werden sollen. Er wundert sich allerdings über den Stil der E-Mails: „Ich hätte den Ton anders gewählt.“ Es sei etwas merkwürdig, dass ein Besucher, der wenig Bezug zu Gerabronn habe, sich so hartnäckig auf das Thema fixiere. Kurz vor dem Besuch des Mannes auf dem Friedhof sei der Ast bei einem heftigen Sturm abgebrochen, berichtet Christian Mauch. Wegen Ferien und Feiertagen sei er nicht sofort entfernt worden. Die Bäume im öffentlichen Raum, zum Beispiel auf dem Friedhof oder an Spielplätzen, werden von den Mitarbeitern des Bauhofs regelmäßig kontrolliert. Morsche Zweige werden sofort entfernt, damit keine Menschen zu Schaden kommen. „Ziel ist es, die Bäume zu erhalten“, betont der Bürgermeister: „Der Gerabronner Friedhof lebt von seiner Natürlichkeit, von seinem alten Baumbestand.“ Dadurch wirke die Anlage wie ein Park. „Wir haben einen ansprechenden Friedhof mit einer wunderschönen Aussegnungshalle.“ In mehreren Gemeinderatssitzungen wurde über die Struktur und die Gestaltung des Friedhofs diskutiert. Die Rätinnen und Räte sind davon überzeugt, dass daran grundsätzlich nichts geändert werden soll. Nur wenn ein Baum wirklich die Sicherheit gefährde, werde er gefällt. Dies sei bei dem betroffenen Baum nicht der Fall gewesen, stellt Christian Mauch fest. th

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