Ebbes aus Hohenlohe

Hilfe bei komplexem Thema

Bei einem Beratungstermin des Pflegestützpunkts erhalten Menschen in Gerabronn neutral und kostenlos Hilfe. 

Immer mehr Menschen benötigen Pflege: Sie sind aufgrund des Alters oder einer akuten Erkrankung auf fremde Hilfe angewiesen. Weil das Thema immer unübersichtlicher wird und es immer mehr rechtliche Vorschriften gibt, hat der Landkreis in Zusammenarbeit mit den Pflegekassen eine kostenlose und neutrale Beratungsmöglichkeit geschaffen. Zunächst wurden Sprechstunden in Schwäbisch Hall (Landratsamt) und Crailsheim (Gesundheitsamt) angeboten. Um auch die Menschen im Norden des Landkreises wohnortnah zu erreichen, gibt es seit Mitte November in Gerabronn Beratungstermine.

Jeden Montagnachmittag sind Dorothee Schumm oder in Vertretung Silvia Haase im Rathaus vor Ort – der Raum ist barrierefrei erreichbar. Nach Voranmeldung („Damit wir ausreichend Zeit für unsere Klienten haben“, betont Silvia Haase) informieren sie über die verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten. Das Spektrum reicht von Hilfen für den Alltag, geht über das Wohnen in den eigenen vier Wänden bis hin zur Pflege in einem Heim. Die Fachfrauen stehen neben den Sprechstunden in Gerabronn auch telefonisch oder für Besuche zu Hause zur Verfügung. Unter der Telefonnummer 07951/492-5555 ist tagsüber in Crailsheim immer eine der Mitarbeiterinnen erreichbar.

„Pflege interessiert die Menschen erst, wenn sie benötigt wird“, erzählt Silvia Haase aus ihrer Erfahrung. Die Beraterinnen sind aus der Praxis und wissen, von was sie reden. Dazu komme noch der Austausch untereinander, erklärt die Fachfrau. So finden sie für jede Situation eine individuelle Lösung, bei der auch die familiäre Situation berücksichtigt wird. Die Beraterinnen geben dabei nur allgemeine Tipps, sie empfehlen keinen konkreten Anbieter. Auf der Homepage des Pflegestützpunkts finden sich weitere Informationen und eine Übersicht der unterschiedlichen Dienstleister in der Region. Die Ratsuchenden könnten sich auch gerne mehrmals an den Pflegestützpunkt wenden, die Hilfe sei nicht limitiert, legt die Spezialistin dar.

Obwohl der Pflegestützpunkt erst seit Mitte November seine Leistungen auch in der Außenstelle Gerabronn anbietet, ist schon Nachfrage da. Die Palette der Themen ist groß: So spielt der Pflegegrad und die Frage, wer ihn vergibt, eine große Rolle. Auch machen sich Angehörige und Betroffene Gedanken, wann der Weg in ein Altenheim beschritten werden sollte. Für Silvia Haase und ihre Kolleginnen ist es aber wichtig, dass die Menschen möglichst lange in den gewohnten eigenen vier Wänden leben können. Darum beantworten sie auch Fragen nach einem Einkaufsservice, nach Hilfen im Haushalt, nach einer Entlastung der Angehörigen, nach Gesprächsgruppen oder nach einer Tagespflege. Sie empfehlen, sich möglichst frühzeitig Unterstützung zu holen. Die Beraterinnen wissen, welche Kosten die Pflegekassen oder die Krankenkassen dafür übernehmen. „Das Thema Pflege ist sehr komplex“, unterstreicht Silvia Haase. Darum stehen sie den Menschen so oft zur Verfügung, bis die Fragen abschließend geklärt sind.

Manchmal erhalten die Expertinnen auch Hinweise auf Personen, bei denen möglicherweise ein Pflegebedarf besteht. „Wir kommen aber nur zu Menschen nach Hause, wenn sie das ausdrücklich wünschen“, erklärt Silvia Haase. Sie wollen niemandem etwas aufdrängen, was sie oder er nicht wirklich will.

Foto: Silvia Haase und ihre Kolleginnen stehen Ratsuchenden bei allen Fragen rund um das Thema Pflege in Gerabronn Rede und Antwort.

www.psp-sha.de

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