Legendäre Rennfahrzeuge zum Anfassen und viel Wissenswertes über sie gibt es beim Motorsporttag am 31. Mai 2026 in Langenburg. Die überwiegend historischen und auch modernen Autos zeigen sich in zwei Präsentationsläufen. Von Thorsten Hiller
Bunt beklebte Autos, der Geruch von Rennbenzin und ein hochfrequentes „Wruuuumm“ – diese Zutaten garantieren einen erlebnisreichen Motorsporttag am kommenden Sonntag, 31. Mai 2026, beim Deutschen Automuseum am Langenburger Schloss.
„Wir haben neue Schwerpunkte gesetzt“, freut sich Fürst Philipp zu Hohenlohe-Langenburg. Das Programm ist dynamischer und rückt die Autos stärker in den Mittelpunkt. Vor dem Museum ist das Fahrerlager aufgebaut. Dort können die Besucherinnen und Besucher die Rennfahrzeuge aus nächster Nähe bewundern und auch mal einen Blick unter die Motorhaube werfen. Fachgespräche mit den Fahrern und Technikern sind ebenfalls möglich.
Neben den rund 140 Young- und Oldtimern sowie einigen seltenen Klassikern, die auf dem gesamten Gelände und in der historischen Atmosphäre des Schlossinnenhofs zu sehen sind, zeigen sich etwa 40 Autos bei zwei Präsentationsläufen auf der Steige von Bächlingen herauf. Auch wenn dabei ein Hauch der legendären „Langenburg Historic“-Bergrennen aufkommt, fahren die Flitzer gemeinsam ins Tal nach Bächlingen und auch wieder gemeinsam nach oben – ohne den Druck, bestimmte Geschwindigkeiten erreichen zu müssen.
Zu den fahrenden Autos gehört der BMW 507, ein legendärer, zwischen 1956 und 1959 gebauter, zweisitziger Roadster, der heute als eine der exklusivsten und schönsten Ikonen der Automobilgeschichte gilt. Entworfen wurde er von Albrecht Graf Goertz. Insgesamt wurden nur 254 Exemplare gefertigt. Der gleiche Designer nahm sich auch einem anderen legendären Auto an. Er interpretierte den umstrittenen „Volks-Porsche“ neu und entwickelte den „Porsche 914/6 Goertz“. Dieses Einzelstück und Konzeptfahrzeug aus dem Jahr 1970 ist ebenfalls auf der Bergstrecke zu sehen.
Neben den historischen Fahrzeugen sind selbstverständlich auch moderne Sportwagen zu bestaunen, darunter der Ferrari 599 GTB Fiorano. Der zweisitzige Gran Turismo wurde von 2006 bis 2012 produziert. Er hat einen 6,0-Liter-V12-Frontmittelmotor und bringt eine Leistung von 453 Kilowatt auf die Straße. Durch die Positionierung des Motors hinter der Vorderachse und des Getriebes an der Hinterachse („Transaxle-Bauweise“) liegt das Gewicht des Fahrzeugs gut verteilt auch auf der Hinterachse. Als Meilenstein der Automobilgeschichte gilt zudem der Porsche Carrera GT (Typ 980). Er wurde von 2003 bis 2006 in einer limitierten Auflage von 1.270 Stück in Leipzig überwiegend in Handarbeit gefertigt. Durch die konsequente Verwendung von Leichtbaumaterialien wie Carbon und kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff wiegt der Wagen nur 1.380 Kilogramm und kann seine 450 Kilowatt voll ausfahren. Die Fahrzeugkolonne wird natürlich durch das silberne DTM Safety Car von AMG angeführt, das normalerweise im Automuseum zu sehen ist.
Der bekannte Motorsportjournalist Michael Petersen wird die verschiedenen Fahrzeuge vorstellen und sich im „Pit-Talk“ immer wieder mit den Fahrern und Technikern unterhalten. Er wird mit seinen Gesprächspartnern, unter anderem mit Elio Cocciarelli, dem erfolgreichen deutschen Rennfahrer im historischen Motorsport und Manager des Rennstalls Coccia Racing, interessante Geschichten zu Fahrzeugen und Ereignissen austauschen.
Neben den Demonstrationsläufen präsentieren sich im Fahrerlager verschiedene Rennställe. Auch Porsche ist wieder stark vertreten. Der Werksfahrer Nico Menzel wird vom Entwicklungsingenieur Hans Clausecker begleitet. Dieser baute den legendären Porsche 928 im Trigema-Design, der in den 1980er-Jahren überraschende Erfolge bei Langstreckenrennen feierte und ebenfalls in Langenburg zu Gast ist. Danach verschwand das Auto im Museum, wurde aber inzwischen erfolgreich fahrtauglich restauriert. Ebenfalls dabei ist der Porsche 944 Turbo „Shell“, der 1989 als offizielles Werks- und VIP-Fahrzeug eingesetzt wurde.
Gebhardt Motorsport ist seit Ende der 1970er-Jahre als Rennstall aktiv. Auch der Lokalmatador Kurt Ecke Motorsport aus Rot am See wird mit seinem Team in Langenburg vertreten sein.
Neben den klassischen Rennställen zeigen Studenten des KIT Karlsruhe, was ein interdisziplinäres Team bei der „Formula Student“ mit neu entwickelten Rennfahrzeugen mit E- und Wasserstoffmotoren erreichen kann.
Für Essen und Trinken sowie lässige Beats und Vibes von DJ Magic B. auf dem P0 ist den ganzen Tag über auf dem Gelände vor Schloss Langenburg gesorgt. th

