Ebbes aus Hohenlohe

Forum für nachhaltige Mobilität

Unternehmen, Ideenschmieden und interessierte Laien, die sich mit nachhaltigen Mobilitätskonzepten beschäftigen, treffen sich am Sonntag, 14. Juli, ab 10.30 Uhr beim Deutschen Automuseum auf Schloss Langenburg. Der „Nachhaltigkeitstag“ soll sich zu einem Netzwerk in Hohenlohe entwickeln.

Der E-Mobilitätstag, der seit fast zehn Jahren stattfindet, wurde zuletzt in Langenburg rund um das Deutsche Automuseum im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Castle & Cars“ durchgeführt. Im Fokus standen dabei vor allem die E-Mobilität und deren Produkte. Nun soll der Blick hin zu Zukunftslösungen erweitert werden. „Dafür ist es erforderlich, dass sich die Akteure, die sich in Hohenlohe mit nachhaltigen Konzepten beschäftigen, besser vernetzen“, betont Organisator Joachim Weigel. Der Ingenieur betreibt ein Büro in Langenburg, das Dienstleistungen rund um Kraftfahrzeuge (u. a. Hauptuntersuchungen, Sicherheitsprüfungen, Fahrzeugbewertungen, Oldtimerbewertungen und Schadensgutachten) anbietet.

Das Deutsche Automuseum ist der perfekte Rahmen für eine solche Veranstaltung. Dort werden verschiedene Konzepte der nachhaltigen Mobilität vorgestellt. Ein Beispiel ist ein Fahrzeug der Baker Motor Vehicle Company, die um die Wende zum 20. Jahrhundert in Cleveland (USA) die ersten Elektroautos entwickelte. Das Unternehmen baute 1904 rund 800 Fahrzeuge, was es vor 120 Jahren zum größten Hersteller der damaligen Zeit machte. Ebenfalls im Langenburger Museum ist der Antriebstrang des Mercedes AMG SLS Electric zu sehen. Das Konzept von 2012 galt als seiner Zeit weit voraus. Von diesem Modell wurden in Affalterbach darum auch lediglich neun Exemplare hergestellt.

Am Nachhaltigkeitstag am 14. Juli 2024 präsentieren Händler die aktuellen E-Auto-, E-Motorrad- und E-Bike-Modelle. Darüber hinaus werden nachhaltige Baukonzepte vorgestellt. Ein Photovoltaik-Anbieter zeigt verschiedene Ideen für die Montage sowie für die Miete von Solaranlagen. Eine Bank informiert über nachhaltige Anlagemöglichkeiten. Selbstverständlich ist für das leibliche Wohl gesorgt.

Die Spedition Rüdinger zeigt, wie sie mit ihren Lkws die Umwelt schonen kann. Die neueste Idee ist, vier Elektro-Lkws und eine batteriebetriebene Sattelzugmaschine einzusetzen. Dank der Bündelung verschiedener Sendungen und einem Tool zur Tourenplanung konnten die Routen der Lkws im Nahverkehr optimiert werden. Das ist die ideale Ausgangssituation für den Einsatz dieser Fahrzeuge, die mit einer Akku-Ladung bis zu 300 Kilometer Strecke zurücklegen können. Die E-Lkws werden mit Strom geladen, der auf den Dachflächen der Spedition in Krautheim produziert wird. Die erste Sattelzugmaschine mit Batterieantrieb wird derzeit im Nahverkehr eingesetzt. Sie soll bald die Hohenloher Produkte an eine zentrale Umschlagstation in der Mitte Deutschlands bringen. Damit kann der Transport im Sammelgut zumindest von der Abholung beim Kunden bis zum Warenaustausch am Knotenpunkt batterieelektrisch abgewickelt werden. Ob das auch im Fernverkehr klappt, wird sich zeigen.

Das Ingenieurbüro Joachim Weigel und die Hochschule Aalen stellen am Mobilitätstag ihr neuestes Forschungsprojekt vor: Batteriesysteme werden immer leistungsstärker und komplexer. In den nächsten Jahren kommen viele verschiedene neue Batteriespeichersysteme auf den Markt und es wird mehr elektrisch angetriebene Fahrzeuge geben. Deshalb ist es wichtig, Batteriesysteme während der Nutzung zu prüfen. Dabei geht es vor allem darum, wie effizient und leistungsfähig sie sind, auch bei gebrauchten Fahrzeugen. So können die Autofahrerinnen und
-fahrer in Zukunft ressourcenschonender und umweltschonender unterwegs sein.

Das Ingenieurbüro Joachim Weigel entwickelt Batterietestsysteme, die den Zustand der Batterie unabhängig messen und auswerten können. So kann man den Ladezustand und die „Gesundheit“ der Batterie besser einschätzen. Denn ab einer Restkapazität von 75 Prozent sind die Systeme nicht mehr für den Antrieb von Fahrzeugen geeignet. Da die Hersteller bisher keine neutralen Daten liefern, ist es heikel, gebrauchte E-Autos zu kaufen und die Folgekosten zu kalkulieren. Das Ingenieurbüro will ein Ladesiegel für Batterien entwickeln, um diese Unsicherheit in Zukunft zu vermeiden.

Die Veranstalter, das Ingenieurbüro Joachim Weigel und das Deutsche Automuseum, freuen sich über interessierte (Fach-)Besucherinnen und -Besucher. Sie wünschen sich einen regen Austausch und streben im Anschluss an den Aktionstag die Gründung eines „Netzwerks Nachhaltigkeit Hohenlohe“ an. th

Zur Info:

Nachhaltigkeitstag auf Schloss Langenburg, am 14. Juni 2024, ab 10.30 Uhr.
Der Eintritt in das Deutsche Automuseum ist an die-sem Tag auf 5,00 Euro reduziert.
Das Schlossmuseum ist normal geöffnet, Führungen finden bis 14 Uhr regulär statt. Tickets an der Muse-umskasse.
Besucherinnen und Besucher des Nachhaltigkeitsta-ges und der Museen finden Parkplätze hinter dem Deutschen Automuseum, die Zu- und Abfahrt ist einspurig möglich. Es kann zu eingeschränkten Parkverhältnissen kommen. Die Veranstalter bitten um Verständnis und umsichtiges Fahren auf dem Gelände.

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