Ebbes aus Hohenlohe

Gemeinsam etwas umsetzen

Helfen, wo Hilfe benötigt wird. Der Verein Füreinander in Gerabronn steht Senioren bei, die zur Impfung nach Rot am See möchten. 

Als die Bedingungen für die Anmeldung beim Zentralen Impfzentrum (ZIZ) in Rot am See Anfang Januar bekannt wurden, hat der Vorstand des Vereins Füreinander die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen: Das System aus Hotline, Internet und Smartphone ist so kompliziert, dass es die meisten der Seniorinnen und Senioren nicht ohne Komplikationen meistern können. „Wir sehen an so vielen Stellen einen Bedarf und hier können wir schnell und direkt helfen“, fasst Stefanie Frey, Vorsitzende des Vereins, die Überlegungen zusammen. „Wir haben Leute, die helfen wollen, und Koordinatoren, die das organisieren können.“

Patrick Staack, einer der auf Minijob-Basis angestellten Mitarbeiter des Vereins, entwickelte in enger Abstimmung mit dem Vorstand die Idee für den Hilfsservice, Mitte Januar wurde sie veröffentlicht: Über 80-Jährige, die sich impfen lassen möchten, können sich an den Verein wenden. Dort werden Impftermine und die Fahrt dorthin organisiert. Schon nach kurzer Zeit haben 17 Personen um Unterstützung gebeten, die Hälfte aus dem betreuten Wohnen des örtlichen Seniorenheimes und die andere Hälfte aus der Gerabronner Bevölkerung. „Das Organisieren der Termine war echt schwierig“, erzählt Patrick Staack. Um den Aufwand für die freiwilligen Helfer so gering wie möglich zu halten, wollte er Sammeltermine buchen. Das war sowohl über die Internetseite als auch über die Telefonhotline nicht möglich. „Die Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung waren genervt, aber freundlich.“ So hatte er Anfang Februar für jede Seniorin und für jeden Senior einen einzelnen Termin gebucht – und bereits auch den für die zweite Impfung. Im Anschluss suchte er bei den bekannten Freiwilligen nach Fahrern und wurde schnell fündig. Ende Februar waren nun die ersten Impfungen. Die älteren Menschen erhalten zur Vorbereitung noch eine Liste der beim Impftermin benötigten Unterlagen, damit in Rot am See nichts für die erfolgreiche Immunisierung fehlt. Sie zeigten sich sehr dankbar für den ehrenamtlichen Service des Vereins.

„Als Kirche setzen wir uns bei vielen Gelegenheiten für die Bevölkerung Gerabronns ein“, erklärt der evangelische Pfarrer und Vorstandsmitglied von Füreinander, Axel Seidel, die Beweggründe. Die Angebote des Tafelladens und der Begegnungsstätte OffenBar seien nur ein Beispiel von vielen. „Da lag das Angebot für die Organisation der Impfungen nahe, das entspricht auch dem Auftrag der Nächstenliebe durch unseren Herrn Jesu.“

Der Verein hat vor einem Jahr zu Beginn der Corona-Pandemie schon einen Einkaufsservice angeboten: Zweimal die Woche kauften Freiwillige für gefährdete Menschen ein, die nicht selbst in die Läden gehen wollten. Damals hat sich die Gruppe gefunden, die jetzt auch wieder für die Fahrten bereitsteht. „Es ist schön, ein Team um sich zu haben, auf das man sich verlassen kann“, freut sich Patrick Staack. „Gemeinsam können wir in Gerabronn etwas bewegen.“ Auch Stefanie Frey ist erleichtert, dass der Verein in schwierigen Zeiten weiter aktiv ist und die Mitglieder „einfach machen, einfach tun.“ th

Foto: Ein Senior (von links) wird von Herbert Baumann zum Impfen nach Rot am See gefahren. Patrick Staack vom Verein Füreinander hat im Vorfeld den Termin reserviert und die ganze Aktion mit 13 Freiwilligen koordiniert. Bild: privat

Zur Info:

Der ökumenische Verein Füreinander wurde 2004 gegründet, um die Gemeindearbeit der beiden Gerabronner Kirchengemeinden zu unterstützen. Der Verein finanziert Mitarbeiter, die sich je nach Bedarf einbringen. Sie koordinieren beispielsweise Angebote für die Ferienbetreuung von Kindern oder die Unterstützung der Flüchtlinge in Gerabronn. Aktuell kümmern sich die Ehrenamtlichen auch um Seniorinnen und Senioren, die einen Impftermin im Zentralen Impfzentrum benötigen.

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