Ein Komitee kümmert sich in Gerabronn um den Umzug, das Prinzenpaar und die Ehrungen. In diesem Jahr nimmt der närrische Korso eine neue Strecke.
Ein paar Tage vor dem Pferdemarkt ist Gerabronn nicht wiederzuerkennen – die Stadt steht kopf. Das Faschingskomitee sorgt dafür, dass selbst das Chaos gut organisiert ist. Die derzeit 23 Mitglieder haben seit November in sechs Sitzungen das gesamte Geschehen über die Faschingszeit organisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei klar auf Donnerstag und Dienstag. Die Partys in den Hallen werden von den Vereinen verantwortet. Ein wichtiger Programmpunkt an allen Tagen ist das Prinzenpaar.
„Da müssen wir aktiv Leute ansprechen“, erzählt Bettina Barta. „Die Bewerbungen halten sich stark in Grenzen.“ Bis das Paar am Altweiberfasching abends im Foyer der Stadthalle offiziell vorgestellt wird, müssen noch die Kostüme angepasst und die Frisuren von Bettina Cangür gestylt werden. Die Veranstaltung gibt es seit 2019. Seitdem haben die Hexen, die schon den ganzen Tag durch den Ort gezogen sind, abends auch ein Ziel.
Bettina Barta macht deutlich: „Wir sind auch für alles rund um den Umzug zuständig.“ Zunächst muss jedoch das Motto gefunden werden. In diesem Jahr ordnet sich der höchste Gerabronner Feiertag dem Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung unter. „800 Joahr gibt’s Gerebrunn, do treib mer desmol richtich um!“ heißt es am Faschingsdienstag in den Straßen. Damit sich der Umzug wie in jedem Jahr sehen lassen kann, müssen genügend Gruppen und Vereine angesprochen und motiviert werden – im letzten Jahr waren es 40 Teilnehmer. Das Spektrum reicht vom großen Wagen mancher Vereine über eine private Gruppe mit Leiterwagen bis hin zu den Kindergärten und Schulen, deren gleiche Kostüme toll anzusehen sind. „Es reichen fünf bis sechs Menschen, die originelle Idee und der Beitrag zählen, nicht die Größe“, erklärt Uwe Miesner das Procedere. Dann überlegen sich die Faschingsorganisatoren einen guten Mix für den Umzug: Zuerst kommen die Kindergärten und Grundschulen, dann die Musikwagen und Kapellen, die möglichst weit auseinander platziert werden, ebenso die Gruppen und Wagen mit ähnlichem Thema. Da die Umzugsteilnehmerinnen und -teilnehmer in den Vorjahren selbst nur einen Teil des Umzugs sehen konnten, haben sich die Organisatoren in diesem Jahr etwas Besonderes ausgedacht: Der Umzug rollt das Feld von hinten auf. Das bedeutet, dass der Umzug verkehrt herum aufgestellt wird und die ersten Gruppen ganz hinten in der Bahnhofstraße stehen. Sie müssen dann am ganzen Zug vorbeilaufen. So haben alle die Möglichkeit, sich die anderen Beiträge anzuschauen.
Da es in den Vorjahren aufgrund der größer werdenden Wagen immer wieder zu Problemen am Engpass der Kirchgasse kam, wird der Umzug in diesem Jahr erstmals eine neue Strecke nehmen. Los geht es wie gewohnt in der Bahnhofstraße. Dann führt die Route die gesamte Blaufeldener Straße entlang, am Rathaus vorbei bis zum Kreisel. Dort dreht der Zug eine Dreiviertelrunde und schert dann in die Seestraße aus. Am namensgebenden See vorbei biegt der närrische Korso in die Jahnstraße ein. Bei der Stadthalle löst sich der Zug auf. „Es wird spannend sein, zu sehen, wie das neue Konzept bei den Besucherinnen und Besuchern ankommt“, freut sich Bettina Barta. An drei Punkten – an der alten Apotheke, vor der Volksbank und am Rathaus – werden die Beiträge kommentiert. Die Moderatoren achten auch auf die gleichmäßigen Abstände zwischen den Gruppen. Bürgermeister Christian Mauch und Silvia Nagel von der Stadtverwaltung sorgen im Vorfeld dafür, dass rechtlich alles in Ordnung ist und die nötigen Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden. Und: „Im Jubiläumsjahr gibt es viele Bonbons“, betont Silvia Grözinger.
Anschließend startet am Rathaus die Verleihung der Narrenorden. „Die Preisträger haben wir im Vorfeld ausgesucht“, macht Manuela Pakull-Dumalski deutlich. Das Ganze wird vom Prinzenpaar begleitet. Die Garde tanzt dazu – auch sie wird von einem Mitglied des Komitees geleitet. Danach ziehen das Komitee und die Gerhiltsbrunner Gugga gemeinsam mit dem Prinzenpaar durch die Stadt und besuchen die verschiedenen närrischen Hotspots.
Das Komitee ist also für den guten Verlauf der Faschingstage zuständig. Bettina Barta fasst zusammen: „Wir sind Ansprechpartner für alle Beteiligten, schmücken das Hallenfoyer, organisieren den Sektempfang am Faschingsdienstag und müssen für eine gute Stimmung sorgen.“ Um einen Teil der Kosten zu decken, werden im Vorfeld seit 2014 Buttons mit dem jeweiligen Motto verkauft. th


