In der Gemeinderatssitzung Ende Juli 2026 wurde Gerabronns erste stellvertretende Bürgermeisterin, Heidegret Mayer, für ihre Arbeit gewürdigt. Alle Redner lobten ihren unermüdlichen Einsatz.
In der Nacht von Faschingsdienstag auf Aschermittwoch kam der Bürgermeister von Gerabronn, Christian Mauch, bei einem tragischen Unfall ums Leben. Seitdem führt Heidegret Mayer, die erste stellvertretende Bürgermeisterin, die Amtsgeschäfte im Rathaus. In den etwas mehr als fünf Monaten hat sie sechs Gemeinderatssitzungen vorbereitet und geleitet, an vier Ortschaftsratssitzungen teilgenommen, den Vorsitz des Gemeindewahlausschusses übernommen, den Festausschuss zur 800-Jahr-Feier begleitet, an Einsetzungsfeiern benachbarter Bürgermeister teilgenommen und war bei vielen anderen Veranstaltungen Repräsentantin der Stadt Gerabronn. Darüber hinaus hat sie im Rathaus Entscheidungen getroffen. All dies tat sie ehrenamtlich neben den Öffnungszeiten ihrer Praxis als Heilpraktikerin und ihren anderen Verpflichtungen, etwa als Prädikantin der evangelischen Kirche. Und das neben den Vorbereitungen für ihre Feier zum 70. Geburtstag, der ebenfalls in diese Zeit fiel. Bei der letzten Gemeinderatssitzung am Dienstagabend im Dorfsaal von Amlishagen wurde sie für ihr unermüdliches Engagement gewürdigt.
Hauptamtsleiter Bernd Kneucker erinnerte sich noch genau an den Anruf von Heidegret Mayer am Morgen des 18. Februars. Sie teilte ihm den schrecklichen Unfall von Bürgermeister Christian Mauch mit. „Wir haben wie in Schockstarre die nächsten Schritte besprochen“, erzählte er. „Von diesem Zeitpunkt an, quasi ab Sekunde eins, warst du für uns alle da: für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, für den Gemeinderat und für die Bevölkerung.“ Sie habe in dieser Zeit getröstet und Mut zugesprochen und stets die richtigen Worte und Gesten gefunden. „Du hast uns begleitet auf eine ganz besondere, herzliche und wertschätzende Art und Weise.“ Sie habe ihre Verantwortung als erste stellvertretende Bürgermeisterin so ausgefüllt, wie man es nicht besser hätte machen können. „Für uns warst du in dieser Zeit sozusagen ‚die Mutter der Kompanie‘“, fasste Hauptamtsleiter Bernd Kneucker die Arbeit von Heidegret Mayer zusammen. Er dankte ihr für die geleistete Arbeit. Auch dankte er ihrer Frau Ruth Tischer dafür, dass sie Verständnis dafür hatte, dass Heidegret Mayer häufig dienstliche Termine wahrnehmen musste. Er hob zudem die gute Zusammenarbeit im Rathaus sowie die Unterstützung durch die beiden weiteren Stellvertreter, Heiko Ehrmann und Jochen Frey, hervor.
Auch Heiko Ehrmann, der zweite stellvertretende Bürgermeister, lobte seine Kollegin: „Du hast in einer der schwersten Stunden unserer Gemeinde ohne Zögern Verantwortung übernommen.“ Heidegret Mayer habe Gerabronn bis zur Amtseinsetzung des neuen Bürgermeisters „mit Ruhe, Besonnenheit und einem klaren Blick für das Wesentliche“ getragen. Sie habe gezeigt, was verlässliche Führung bedeutet. So habe sie etwa Entscheidungen transparent vorbereitet und nach dem Austausch mit allen Beteiligten auch getroffen, „stets sachlich, fair und lösungsorientiert“. Außerdem habe sie die Verwaltung gestärkt, Abläufe stabil gehalten und dabei die Menschen in den Mittelpunkt gestellt. „Die enge Zusammenarbeit zwischen dir und der Stadtverwaltung war spürbar: kurze Wege, klare Prioritäten, verlässliche Kommunikation.“ Sie habe allen zugehört. „Gerade in Zeiten der Verunsicherung war deine zugewandte, ruhige Art ein Halt“, betonte Heiko Ehrmann.
Viele würden Heidegret Mayer als engagierte Heilpraktikerin kennen. Sie stehe mitten im Leben, „mit einem wachen Blick für Gesundheit, Miteinander und Lebenswege“. Mit dieser Haltung habe sie sich auch im Rathaus eingebracht: „menschenorientiert und mit einem tiefen Respekt vor der Verantwortung des Amts“. Der zweite stellvertretende Bürgermeister dankte auch der Stadtverwaltung für die Professionalität und den Einsatz. Er schloss seine Würdigung mit den Worten: „Du hast Spuren hinterlassen: In der Kultur des Miteinanders, in der Verlässlichkeit unserer Abläufe und im Vertrauen der Bürgerschaft in ihre kommunalen Institutionen.“ Bernd Kneucker und Heiko Ehrmann überreichten ihr einen Blumenstrauß und Geschenke.
Zuvor hatte Heidegret Mayer dem Gremium bereits für die „vertrauensvolle Zusammenarbeit“ gedankt. „Wir haben in den letzten Monaten die angefangenen Themen gemeinsam weitergeführt.“ Sie dankte auch den 141 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, die ihr einen tiefen Einblick in ihre Arbeit gegeben haben. „Ich sitze nun gerne wieder da, wo ich als Gemeinderätin hingehöre: auf der anderen Seite der Verwaltungsbank.“ Heidegret Mayer erwidert auf den Lob von Verwaltung und der Gemeinderatskollegen: „Ich habe es gerne gemacht, für die Bürgerinnen und Bürger und für Gerabronn.“ th
Bild: Bernd Kneucker (links) und Heiko Ehrmann dankten Heidegret Mayer für die Verantwortung, die sie in den letzten Monaten übernommen hat.

