Ebbes aus Hohenlohe
„Gemeinsam etwas Gutes tun“

„Gemeinsam etwas Gutes tun“

Der EnBW-MacherBus macht im Freibad Langenburg Station. Zusammen mit den ehrenamtlichen Freibadfreunden werden verschiedene Liegemöglichkeiten geschaffen.

Ein Bus, ein Tag, zehn Paar Hände und 5.000 Euro – das sind die Rahmenbedingungen für den Einsatz des EnBW-Teams in Langenburg. Seit zehn Jahren schwärmen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Energieversorgers ins ganze Land aus und helfen, wo sie gebraucht werden. „Das ist unser 49. Einsatz“, berichtet Angiolina Greising, Sponsoring- und Marketing-Managerin bei der EnBW. In diesem Jahr waren sie bereits auf einem Bauernhof im Landkreis Sigmaringen aktiv, wo Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen mit Tieren in Kontakt kommen. Außerdem haben sie in Wiesloch bei der Lebenshilfe einen Weg rollstuhlgerecht gepflastert. Und jetzt geht es in Langenburg ans Werk.

Im Februar und März eines Jahres können sich Vereine und Initiativen mit einem Projekt für das Team vom MacherBus bewerben. Eine Jury wählt aus über 100 Einsendungen zehn aus, für die dann im Internet abgestimmt werden kann. Die Freibadfreunde Langenburg, die das dortige Freibad betreiben, haben sich für die Sanierung und den Neubau von Sitzmöglichkeiten rund um das Becken angemeldet. Sie möchten, dass das Freibad für Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Gegend weiterhin attraktiv bleibt. 2.338 Menschen sahen das genauso und so gewann das Projekt mit über 100 Stimmen Vorsprung das Voting.

„Unsere Kolleginnen und Kollegen können sich auf die Projekte bewerben, bei denen sie mithelfen möchten“, erklärt Angiolina Greising das interne Verfahren. „Oft kennen sie sich gar nicht oder nur vom Namen her. Sie finden es super, wenn sie gemeinsam an einem gemeinnützigen Projekt Hand anlegen können.“ Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen auf einer nicht beruflichen Ebene miteinander in Kontakt kommen. Oft arbeiten sie in Bürojobs und sind engagierte Heimwerker. Hier surrt eine Bohrmaschine, dort kreischt eine Säge. Auf zwei bereits existierenden Plattformen werden neue Kunststoffdielen montiert. An einer anderen Ecke des Freibads wird eine Stützmauer durch einen neuen Liege- und Sitzbereich ersetzt. Dafür wurden die alten U-Steine weggeräumt, die Fläche mit Splitt ausgekoffert, Platten verlegt und eine Unterkonstruktion aus Aluprofilen montiert. Darauf kommen die Kunststoffdielen. Ein Teil des Teams beschäftigte sich derweil mit der Verschönerung des Umfelds: Steine werden neu gestrichen und die Grünanlagen ausgeputzt.

„Wir wollen ein sinnvolles Projekt für einen Tag unterstützen“, beschreibt Markus Fettig, Sponsoring- und Marketing-Manager bei der EnBW, das Vorhaben. Wichtig ist ihm und seinen Kollegen dabei, „dass es einen Vorher-Nachher-Effekt gibt und etwas Neues entsteht“. Dabei kommen sie im Ländle herum und „erhalten einen anderen Blickwinkel auf die Vereine und was dort passiert“. Angiolina Greising ergänzt: „Der Reiz für die Kollegen besteht darin, dass wir gemeinsam etwas Gutes tun und abends glücklich und zufrieden wieder nach Hause kommen.“

Die Freibadfreunde nutzen die Gelegenheit und organisierten einen Arbeitseinsatz für ihre Mitglieder. 23 von ihnen sind gekommen und haben dafür sogar teilweise Urlaub eingereicht. Einige grundieren die Steine rund ums Kinderbecken. Sie sollen im Rahmen einer Ferienaktion von Kindern im Alter von acht bis 14 Jahren mit neuen Malereien verziert werden. Andere reparieren den Zaun und kümmern sich um die Grünanlagen, weitere um die Verpflegung der vielen Helferinnen und Helfer. Das Freibad in Langenburg wird seit zwei Jahren vom Verein betrieben und erwirtschaftet seitdem einen Gewinn. Dies sei jedoch nur durch den Einsatz vieler Ehrenamtlicher möglich, erklärt Rainer Baumann, Beisitzer der Freibadfreunde: „Im letzten Jahr haben unsere Mitglieder rund 6.000 Stunden unentgeltliche Arbeit geleistet.“ Darunter sind auch die Stunden der Rettungsschwimmer, ohne die kein Badebetrieb möglich wäre. Zudem gibt es ein Team im Verein, das sich um Sponsoring und Spenden kümmert. „So sind wir auch auf die Aktion mit dem MacherBus der EnBW gekommen. Sie hat uns sehr geholfen.“ Die Unternehmen und Kommunen aus der Umgebung möchten, dass das Freibad auch weiterhin geöffnet und ein Anziehungspunkt bleibt. Sie stellen finanzielle Mittel oder Sachspenden zur Verfügung. Viele Betriebe unterstützen mit kostenlosen Arbeitsstunden ihrer Mitarbeiter, so beispielsweise der Langenburger Betrieb Großeibl Metallverarbeitung, der die Aluprofile für die Sitzunterkonstruktion geschnitten und geschweißt hat. Ein weiteres Beispiel ist Schott & Meissner, dessen Mitarbeiter zu Beginn der Saison in Blaufelden eine Pumpe repariert haben.

Auch viele kleine Beträge halten das Freibad am Laufen: Über einen Link auf der Homepage kann derzeit per PayPal an den Verein gespendet werden. „Das Sponsoring und die vielen Spenden zeigen die Wertschätzung, die dem Verein und den ehrenamtlichen Mitarbeitern entgegengebracht wird“, freut sich Rainer Baumann. „Sie tragen dazu bei, dass das Freibad in Langenburg erhalten bleibt.“ th

Zur Info:

Über PayPal kann an den Verein gespendet werden.

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