Ebbes aus Hohenlohe

Autos werden gerne gezeigt

Mitglieder der VW- und Audi-Schmiede veranstalten Treffen

Hochkarätig veredelt, chipgetunt oder alltagstauglich verschönert – das machen die Fahrzeuge der VW- und Audi-Schmiede Hohenlohe aus. Die Blaufeldener Gruppe schraubt seit zehn Jahren gemeinsam an ihren Autos.

Zur Tuning-Szene in Deutschland gibt es keine genauen Zahlen, Fachleute sehen aber in den letzten Jahren keine großen Veränderungen nach oben oder unten, nur die Mode wandelt sich: mal sind die Autos tiefergelegt und breiter, mal sind sie schneller und lauter, mal blitzt mehr Chrom. Alle Beteiligten legen großen Wert auf ein individuelles Auto, das sie selbst umgebaut haben.

Timo Stirn arbeitet seit zehn Jahren an seinem VW Golf IV, aber „er ist immer noch nicht fertig“. Ständig wird etwas verändert, verbessert verschönert. Was an seinem Fahrzeug überarbeitet werden könnte, „das sehe ich, wenn ich es mir anschaue“, erklärt der 30-Jährige. Dazu kommen Ideen von Ausstellungen und aus Zeitschriften. Wichtig für ihn und seine zwischenzeitlich drei Kolleginnen und 37 Kollegen der VW- und Audi-Schmiede Hohenlohe ist, dass die Veränderungen auch im Fahrzeugbrief eingetragen werden, das Auto also ganz normal auf der Straße fahren darf: „Nichts ist schöner, als gemeinsam zu einem Treffen zu cruisen“. Im Sommer sind die Hobby-Schrauber fast jedes Wochenende unterwegs, „wir freuen uns, wenn wir Gleichgesinnte treffen und unsere Autos zeigen können“. Vor der Fahrt kleben Timo Stirn und seine Freunde oft Teile ihrer VWs und Audis ab, damit sie beispielsweise nicht durch Steinschlag beschädigt werden.

Die Tuningszene hat übrigens nichts mit der so genannten Poserszene zu tun: Bei der Letzteren geht es vor allem darum, mit möglichst großen Autos aufzufallen und zu provozieren. Viele der so aufgemotzten Autos entsprechen nicht mehr den Vorschriften und dürfen nicht auf öffentlichen Straßen fahren. Damit auch Hohenlohe in den Genuss von schönen Autos kommt, veranstaltet die Schmiede einmal im Jahr das VW- und Audi-Treffen in Blaufelden, heuer gibt es die zehnte Auflage: Am 12. August kommen zwischen 400 und 600 Autos auf das Freigelände an der Markthalle. In einem Indoor-Bereich werden die 10 bis 20 schönsten Fahrzeuge präsentiert. Die Besitzer können ihre Wägen bewerten lassen – selbstverständlich immer nur im Vergleich mit der gleichen Baureihe. Ziel ist es, den Titel „Best of Show“ mit nach Hause zu nehmen.

„Wir schrauben für uns selbst und helfen uns gegenseitig“, erklärt Timo Stirn mit Begeisterung. Dabei sollte jedes Jahr etwas verändert und natürlich verbessert werden, „denn Stillstand ist Rückschritt“. Er selbst hat seinen 4er-Golf komplett „beledert“: Nicht nur der Innenraum ist mit braunem und cremefarbenem Leder ausgekleidet, sondern auch der Motor- und der Kofferraum. Da er von Beruf Industrie-Mechaniker ist, hat er sich die dafür benötigten Fertigkeiten selbst beigebracht. Damit ein Tuner richtig zufrieden sein kann, muss er sein Auto mindestens einmal komplett zerlegt und dann mit neuen Teilen wieder neu aufgebaut haben, „da stecken Tausende von Stunden Arbeit drin“.

Die Tuningszene in Deutschland und den Nachbarländern ist wie eine große Familie. Man trifft sich regelmäßig, redet über Autos, zeigt seine neuesten Umbauten und holt sich Ideen für die nächsten Schritte. th

In Blaufelden treffen sich einmal im Jahr Freunde von getunten VWs und Audis.

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