„Was genau passiert, bleibt offen“

Einer der geheimen Orte von 2018: der Bauernhof von Familie Meinikheim in Rot am See-Niederwinden.

Junge Leute treffen sich an „geheimen Plätzen“

Ungewöhnliche Erlebnisse und Gemeinschaft – das möchte das evangelische Jugendwerk jungen Leuten bieten. Bei den Veranstaltungen und Freizeiten wird selbstverständlich auch der christliche Glaube gelebt.

Zu den besonderen Ideen gehört, dass junge Erwachsene gemeinsam „geheime“ Plätze erleben. Das Konzept von Secret Places ist es, dass die Teilnehmer sich auf eine Veranstaltung einlassen, bei der sie nicht wissen, wohin es geht, erklärt Bezirksjugendreferent Samuel Rentschler. Zu Beginn einer Saison werden die Termine bekannt gegeben – die Orte aber nicht. Meist sind es drei in den Sommermonaten. Die jungen Leute können sich dann für alle Veranstaltungen per WhatsApp oder SMS registrieren. „Erst zwei Stunden vorher erfahren sie auf gleichem Wege, wo wir uns treffen“, betont der 33-Jährige. Manchmal wird der Ort, manchmal nur eine Adresse genannt. „Was dann genau passiert, bleibt offen.“
Oft sind die Orte, die besucht werden, bekannt, aber in vielen Fällen fehlt der Blick nach innen. Wie beispielsweise beim Bauernhof der Familie Meinikheim in Rot am See-Niederwinden. Die Veranstaltung begann mit einem Musikstück oder einem gemeinsamen Lied – ein unterhaltsames Beiprogramm ist dem Bezirksjugendreferent wichtig. Im Anschluss startete dann das eigentliche Entdecken des geheimen Orts: Die Familie Meinikheim zeigte den Besuchern, wie moderne Landwirtschaft heute funktioniert. Der Technisierungsgrad ist hoch: So werden die Kühe beispielsweise von zwei Robotern gemolken. In dem offenen Stall können sich die Tiere frei bewegen. Die Teilnehmer lernten viel über die Haltung und Aufzucht der Kälber, des Jungviehs und der Milchkühe. Im Anschluss an die Besichtigung erzählte Jens Meinikheim in einem kurzen Impuls von seinen Erfahrungen auf dem Hof und wie dadurch sein Glauben an Gott wuchs.
Nach der offiziellen Veranstaltung – sie dauert rund eine Stunde – sitzen die maximal 40 jungen Leute noch ungezwungen zusammen und reden über Gott und die Welt. „Diese lockere Atmosphäre macht zusätzlich den Reiz von ,Secret Places‘ aus“, weiß Samuel Rentschler.
Das Angebot der evangelischen Kirchen für junge Erwachsene sei nicht besonders groß. Für Kinder gebe es viele Veranstaltungen, ebenso für Familien und ältere Gemeindemitglieder. Aber für 18- bis 35-Jährige fehle es an entsprechenden Programmen, an denen sich Gleichaltrige treffen können, erläutert der Bezirksjugendreferent. So wurden 2018 von einem sechsköpfigen Organisationsteam die ersten Termine festgelegt, mit Erfolg: Die Veranstaltungen waren alle ausgebucht. Neben der Verlockung des Unbekannten und des Überraschungsmoments, zieht bei der Zielgruppe vor allem die zeitlich klar begrenzte Veranstaltung und die Spontanität – kein Teilnehmer verpflichtet sich zu irgendetwas. Wer Zeit hat, der kommt, wer keine Zeit hat, kommt eben nicht.
„Insgesamt haben sich in den letzten Jahren rund 150 junge Erwachsene bei uns registriert“, freut sich Samuel Rentschler.
In diesem Jahr mussten die geplanten Veranstaltungen als echtes Treffen leider ausfallen. Die Zusammenkünfte wurden ins Internet verlegt. th

Info: Das evangelische Jugendwerk bietet ein Programm für alle Altersklassen: So organisiert das Team beispielsweise das jährliche Konfi-Camp, regelmäßige Jugendgottesdienste oder die Trainee-Mitarbeiterschulung. www.secretplaces-blf.de bzw. www.ejwblaufelden.de

Beim Zusammentreffen sind Gemeinschaft und eine lockere Atmosphäre garantiert.

Die jungen Leute erhalten im Wasserturm Lindlein Einblicke in eine sonst verborgene Welt.

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