Brennstoffe in allen Varianten – dafür steht Energie Rath. Seit 50 Jahren ist die Firma auf der Muswiese vertreten. Neben dem Jubiläum bei der Gewerbeschau feiern die Langenburger auch ihren 175. Geburtstag.
Die Verbindung von Energie Rath zur Landwirtschaft reicht weit zurück: Das Unternehmen wurde 1851 von Gottlieb Greiner als Landhandel in der Langenburger Hauptstraße gegründet. Unter anderem wurde Getreide aufgekauft, gereinigt, gesiebt und eingelagert. Gut 40 Jahre später kamen Lebensmittel („Kolonialwaren“) hinzu. 1930 heiratete Friedrich Rath I. in den Betrieb ein und änderte die Firmierung in „Friedrich Rath“. Neben Artikeln des täglichen Bedarfs wurde auch ein Kohlenhandel aufgenommen – das Unternehmen wurde zum Energielieferanten. Nach dem Krieg kam Friedrich Rath II. in den Betrieb und die Nachfrage nach Heizöl wuchs. So wurde der Brennstoff mit einem Lkw direkt ins Haus geliefert. Seit 1958 wurden neben Heizöl auch Kraft- und Schmierstoffe des belgischen Konzerns (Petro-)Fina angeboten.
Da der Platz in der Hauptstraße knapp wurde, investierte Friedrich Rath Ende der 1960er-, Anfang der 1970er-Jahre in eine Tankstelle, Lagertanks und ein Bürogebäude in der Bahnhofstraße. In den beiden markanten Tanks wurden insgesamt fast 400.000 Liter Diesel- und Heizöl gelagert. Zu dieser Zeit kamen die Bereiche Flüssiggas und technische Gase (unter anderem Helium, Stickstoff, Argon oder Acetylen) hinzu.
Das Flüssiggas wurde vielfältig eingesetzt. „Als Ende der 1960er-Jahre der Putenschlachthof in Rot am See gegründet und in der Gegend immer mehr Putenställe gebaut wurden, erkannte mein Vater ein zusätzliches Geschäftsfeld“ erklärt Friedrich Rath III., der das Unternehmen heute in der fünften Generation führt. „Wir boten neben der Lieferung des Brennstoffs auch die Installation der kompletten Heizanlagen an.“ Die Putenställe mussten beheizt werden, was meist mit Gasstrahlern geschah. Um möglichst viele Landwirte auf diesen Service aufmerksam zu machen, stellte das Langenburger Unternehmen 1976 erstmals auf der Muswiese aus. Neben den sonst eher typischen Landwirtschaftsmaschinen und -zubehör fiel der Stand aus dem Rahmen. Es wurden Gastanks und Heizgeräte gezeigt. „Ein großer Tank, eine Holzhütte und ein Lkw mit den verschiedenen Geräten – das ist eine meiner ersten Erinnerungen an die Muswiese“, erzählt lachend der damals Fünfjährige.
In den Folgejahren wurde das Produktportfolio erweitert: Schmier- und Reinigungsstoffe, Fette sowie Öle kamen Regalweise dazu. „Es war ein riesiger Aufwand, doch die Besucherinnen und Besucher kauften nichts, da sie die Produkte nicht auf der Muswiese herumtragen wollten.“
Auch das Angebot des Unternehmens in den 1980er-Jahren war breit gefächert und reichte vom klassischen Brennstoffhandel mit Heizöl, Diesel und Flüssiggas über technische Gase bis hin zum Land-, Futtermittel- und Düngerhandel. 1989 wurden die Verkaufs- und Verwaltungsräume in der Bahnhofstraße neu gebaut, eine Waschanlage ergänzt und die Tankstelle modernisiert und mit einem Tankkartenautomaten bestückt. 1991 trat der jetzige Geschäftsführer Friedrich Rath III. in das Unternehmen ein. Wie seine Vorgänger passte er das Angebot des Unternehmens an die geänderte Nachfrage an. So wurde der Gasbereich weiter ausgebaut und der Heizölbereich reduziert – er wurde an das Beteiligungsunternehmen Edi Hohenlohe abgegeben.
Dazu nahm das Unternehmen im Jahr 2000 am Langenburger Fernsehturm ein Flüssiggaslager mit einer Kapazität von 140 Tonnen sowie eine Flaschenabfüllstation und ein Montagelager in Betrieb. 2017 kam ein zehn Kubikmeter großer Kohlendioxid-Tank zur Trockeneisproduktion hinzu. Mit dem festen CO₂ (-78,5 Grad) können Flächen gereinigt und Materialien gekühlt werden. 2020 wurde zudem ein 60 Kubikmeter großer Propan-Tank gebaut. Damit werden Flaschen vor Ort gefüllt, die den Kundinnen und Kunden unter anderem in bisher 23 Automaten in der Region rund um die Uhr zur Verfügung stehen – drei weitere Automaten werden in den nächsten Wochen installiert. Die Versorgung mit Flüssiggas direkt von der Raffinerie stellt das Unternehmen durch einen eigenen Sattelzug sicher.
Die beiden Söhne Tobias und Niklas Rath, somit die sechste Generation, sind seit sieben Jahren im Unternehmen tätig. Neben der Versorgung mit verschiedenen Heizmedien in Tanks oder Flaschen werden heute auch Heizungsanlagen, Wärmepumpen, Klimaanlagen und Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung geliefert und montiert. Auch der komplette Neubau und die Sanierung von Bädern werden realisiert. Hinzu kommen innovative Lösungen wie kleine Blockheizkraftwerke für Wohnhäuser (und natürlich auch große für kommunale Gebäude und Unternehmen). Mit dem „Dachs“, so der Handelsname, werden Heiz- und elektrische Energie gleichzeitig erzeugt – und damit ein Stück Unabhängigkeit.
Auf der Muswiese präsentiert das Unternehmen im großen Zelt im Außenbereich der Landwirtschafts- und Gewerbeschau einen Querschnitt seiner Leistungen. Dazu gehört auch Bio-Flüssiggas, mit dem sich die CO₂-Emission signifikant reduzieren lässt. „Es unterstützt damit die Energiewende und trägt zu einer grüneren und nachhaltigeren Zukunft bei“, betont Friedrich Rath. Natürlich wird auch das 175-jährige Firmenjubiläum gebührend gefeiert. th



